Ungebrochener Tourismusboom

Im Jahr 2006 hatte Berlin im Juni 566.000 Gäste, 2015 sind es 1,2 Mio. Gäste aus Deutschland und der ganzen Welt.

Die Weser- und Hobrechtstraße können durchaus als Sinnbild der Tourismusentwicklung Berlins herhalten. Noch vor 6 Jahren war das „Ä“ in der Weserstraße eine der zwei bis drei Kneipen für junge Leute. Aktuell machen immer mehr Kneipen, Bars und Cafés auf und es lohnt sich. Spätestens im Winter kann man in den Bars in Kreuz/Kölln sein Bier nur im Stehen verköstigen, wenn man es überhaupt über die Schwelle schafft. Sympathische Auswüchse nimmt der Hype im Wesereck und in den Lenau-Stuben an. Die holzvertäfelten deutschen Eckkneipen werden zum kultigen Gegenentwurf der mit Flohmarktmöbeln eingerichteten selfmade-Kneipen.

Die Lenau-Stuben: Hobrecht/Lenaustraße. Am Freitagabend gut besucht.

Die Lenau-Stuben: Hobrecht/Lenaustraße. Am Freitagabend gut besucht.

Neukölln, das ist der Ort wo die hippen jungen Touristen sich von den Strapazen des Museumsinselbesuchs bei Pilsener, Gin Tonic oder Whiskey Sour zum Spottpreis entspannen. Im europäischen Vergleich der Top-Metropolen ist Berlin immer noch ein Sparer-Paradies, lediglich das 7-Tage Ticket der BVG verliert den Preiskampf. Allerdings ist das auch nicht so wichtig. Denn die meisten Besucher bleiben nur ca. zwei Tage in Berlin.

Das Bild ändert sich auch nicht, wenn wir nur auf die Hostelübernachtungen schauen, also den Ort, wo junge Gäste bevorzugt übernachten. Bis Juni hat es in Berlin 5,8 Mio. Gäste gegeben, ca 600.000 davon waren Hostelbooker. Das ist im Vorjahresvergleich ein kleines Minus, aber noch kein Grund für den Abgesang auf den Hipster-Tourismus. Aber auch sie blieben im Schnitt nur zwei Tage. Berlin ist ein Wochenendausflugsziel für die zumeist europäischen und deutschen Touristen.

Bemerkenswert ist, dass den größten Zuwachs an Übernachtungen die Hotels verbuchen. Damit überflügeln sie die Auslastungsrate der Hostels leicht. Im Gesamtschnitt liegt sie aktuell bei rund 55%. Es gibt also noch Spielraum nach oben, im Gegensatz zur Kapazität der Kneipen in den Szenebezirken. Die Statistik umfasst im Übrigen nur die konventionellen Übernachtungen. Andere Varianten, wie ein Zimmer bei einem Host über AirBnB.com, sind nicht in der Statistik erfasst. Aktuell bieten mehr als 5150 Personen über AirBnB.com eine Unterkunft an.

Die Expansion des Ä's in die Seitenstraße. Darf's ä Stübel mehr sein?

Die Expansion des Ä’s in die Seitenstraße. Darf’s ä Stübel mehr sein?

Die steigende Übernachtungszahl bei Hotels deckt sich mit einer Entwicklung, die erst langsam sichtbar wird. Berlin wird nicht nur interessanter als Ziel konventionellen Städtetourismus, sondern auch beliebter bei Luxustouristen. Am Gesamtumfang gemessen machen diese nur 4% aus, aber mit steigender Tendenz. Der Zuwachs von Touristen aus den Golfstaaten beispielsweise stieg im letzten Jahr um 85%.

Von | 2015-08-27T11:55:47+00:00 27. August 2015|Stadtperspektiven|0 Kommentare

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