Kesselflicker – EnEV 2014 wird verbindlich

Ab 1. Januar 2016 gilt die EnEV 2014. Ein ganzes Viertel weniger Emission als beim bisherigen EnEV 2009-Standard. Das ist die Kernanforderung für den Neubau. Die bisher unverbindlichen Anforderungen gelten dann als Standardwert.

Für das Sanieren im Bestand ändert sich weniger. In fast allen Punkten bekräftigt die EnEV 2014 lediglich die Punkte der EnEV 2009 und führt zum 1. Januar Bußgelder als „Anreiz“ bei Verstoß ein. Besonders relevant ist die Wärmedämmung der obersten Geschossdecke im Gemeinschaftseigentum. Hier müssen die Standardwerte eingehalten werden, sonst droht ein Bußgeld von 50.000 Euro. Die exakte Rechtslage und Eckdaten finden Sie unter: DIN 4108-2 2003/07.

Wichtig ist dazu, dass ein Öl- oder Gaskessel mit einer Standzeit von mehr 30 Jahren erneuert werden muss. Das betrifft – grob gesagt – jedoch nur die Kessel im Keller. Geräte, die hauptsächlich den Raum erwärmen, in dem sie aufgestellt sind, jedoch auch Warmwasser für die Zentralheizung und für sonstigen Gebrauch liefern, sind von der Regulierung ausgeschlossen. Kurz: Gasetagenheizung, Küchenherd, elektrische Warmwasserboiler unter der Spüle etc. Ausnahmen von der Regelung bilden Brennwert- und Niedrigtemperaturkessel sowie selbstgenutzte Ein- und Zweifamilienhäuser.

Ein Brennwertkessel im Mehrfamilenhaus

Ein Brennwertkessel im Mehrfamilienhaus

Aus umweltpolitischer Perspektive machen die EnEV 2014 und das gesamte Programm bis 2050 absolut Sinn. Rund 25 % der bundesdeutschen CO2-Emission geht auf den Deckel der Energieversorgung von Wohn- und Geschäftsgebäuden. Bis 2050 soll dieser Wert halbiert werden. Die Verordnungsnovelle ist der Innovationsmotor für grüne Technologie im Bereich des Wohnungsbaus und der Energieversorgung.

Für die Hersteller der entsprechenden innovativen Gerätetechnik und Dämmverfahren ist das eine lukrative Langzeitperspektive auf sichere Einnahmen. Allein der Erfolg stellt sich nicht ein. Trotz des regelmäßigen Wechselzwangs verzeichnet die Branche im Umfeld der EnEV keinen Nachfrageanstieg.

Die Kosten für die EnEV können zwar durch KfW-Kredite abgemildert werden, eine staatliche Subventionierung gibt es aber nicht. So trägt sich das verordnete Klimaprogamm alleine aus dem Säckel von Eigenheimbesitzern und Käufern von Eigentumswohnungen. Besonders mit Blick auf den Berliner Markt ist es ein Ärgernis für viele institutionelle und private Bauherren, dass die EnEV 2014 die Neubaukosten in die Höhe treibt. Ein ums andere Mal haben sie den geforderten und notwendigen Neubau als Trojanisches Pferd an die Politik getragen, die Auflagen für den Neubau zu senken. Ohne Erfolg.

Am 1. Januar ist Stichtag. Alle Anträge und Anzeigen für Neubauvorhaben, die danach eingereicht werden, müssen dem erweiterten Anspruch der EnEV 2014 gerecht werden.

Von | 2015-11-02T17:46:18+00:00 2. November 2015|Aktuelles|2 Kommentare

2 Kommentare

  1. Caroline Gösling 26. November 2015 at 21:07 - Reply

    Hallo!

    Danke für die verständliche Zusammenfassung! Ich finde es eigentlich ganz gut, dass ab Jänner 2016 die EnEv 2014 verbindlich wird. Das wird nicht nur für die Hausbewohner ein Vorteil sein, aber auch insgesamt wird es zu einem nachhaltigeren Lebensstil beitragen. Es gibt nur wenige Bauträger, wie z.B. Demos, die derzeit Häuser und Wohnungen hocheffizient bauen (soweit mir bekannt ist, ist der Energiestandard 40 oder sogar weniger) und diese Unternehmen können sicherlich bei solchen Wohnungssuchenden, die sich gern für Nachhaltigkeit und Energieeffizienz einsetzen, Punkte erzielen.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Caroline

  2. […] Die Änderungen, die hauptsächlich den Neubau betreffen, haben wir hier für Sie zusammengefasst. […]

Kommentieren

Rückruf-Service

Fragen? Interesse?     030 . 270 17 68 80

Lassen Sie sich von uns kostenfrei zurückrufen.

Meine Daten werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte außerhalb von Dudek & König Immobilien weitergegeben. Ich bin mit Telefonanrufen und E-Mails bezüglich Ihrer Anfrage durch Dudek & König Immobilien oder für sie tätige Makler sowie mit der elektronischen Erfassung Ihrer Daten jeweils zum Zwecke der Bearbeitung Ihrer Anfrage einverstanden. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.