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Wohnbauvorhaben 2016 & ihre Tücken

In Pankow soll die Bevölkerung bis 2030 um 16% steigen. Das sind knapp 60.000 Menschen mehr im bereits bevölkerungsreichsten Bezirk – Stand vor dem starken Zuzug von Geflüchteten. Das Marktforschungsinstitut Empirica hat jüngst eine Wohnraum-Bedarfsstudie erstellt, die die Zahl der gewährten Asylanträge berücksichtigt. Berlinweit steigt der Basiswert dadurch von vier auf mehr als fünf Wohneinheiten je 1000 Einwohner. Zurzeit werden in Berlin ca 4.100 Wohnungen zur Miete angeboten und ca. 8.200 zum Kauf (Stand immoblienscout24 31.01.2016). Diese skizzenhafte Lagebeschreibung verdeutlicht: Mit Nachverdichtung und dem Ausbau von Dachgeschossen ist es nicht getan und dass alle 3,8 Millionen Berliner im Jahr 2030 innerhalb des S-Bahnrings wohnen werden, ist mehr als unrealistisch.

Um dem Wohnbau zu Berlin wieder Herr zu werden, hat Bausenator Geisel eine 9-Punkte Agenda veröffentlicht. Die wichtigsten beiden Punkte, die Senator Geisel auch schleunigst und unproblematisch realisieren kann, sind die Erhöhung des Sitzungsturnus der städtischen Baugremien und gemeinsamen Planungskonferenzen sowie die Einrichtung der B-Plan-Fabrik. Letztere soll aus einem 50-köpfigen Team bestehen, das sich intensiv mit der Be- und Umarbeitung von B(ebaungs)plänen beschäftigt. Der Grüne Stadtrat Jens-Holger Kirchner hat unlängst dem Tagesspiegel gesagt, dass es neben einer dichteren Bebauung auch notwendig sei, die Richtlinien der Situation anzupassen und meinte damit, dass sie im Bezirk Pankow „künftig sicher etwas stärker in die Höhe bauen werden als bisher.“

Doch großflächig und zügig um sich zu bauen, bringt andere Probleme auf den Plan. Wo gehen eigentlich die ganzen Kinder unter den 266.000 Zuzüglern zur Schule, auf welchem Spielplatz spielen sie, wo sitzt der Kinderarzt, der sie versorgt. Die Fragen kann man auf die Bedürfnisse der Erwachsenen ummünzen. Wie kommen sie in der Stadt von B nach Hause und dann nach A, wenn pro Wohneinheit nur 0,4 Parkplätze vorgeschrieben sind. Welche öffentlichen oder privatwirtschaftlich organisierten Orte brauchen sie in ihrer näheren Umgebung. Diese Infrastruktur muss von der B-Plan-Fabrik vor jeder Grundsteinlegung genausten durchdacht werden, sonst entstehen die viel befürchteten Gettos. In Lichterfelde etwa wurde der B-Plan für das gesamte Zentrum überarbeitet und lässt nun eine zusätzliche Nachverdichtung mit Gewerbeflächen und öffentlichen Einrichtungen zu, um das lokale Zentrum im Süden Berlins attraktiver zu gestalten.

Berücksichtigt man, dass sich Neubauvorhaben nicht ohne Sinn und Verstand wie eine Epidemie ausbreiten dürfen, wird es für Berlin, trotz tatsächlich vorhandenen Flächen, finanziell eng. Zu nennen wäre da etwa die Elisabeth Aue in Französisch Buchholz oder aber intensiver Quartiersneubau im Köpenicker Zentrum. Auf den Kosten für die Infrastruktur bleibt die Stadt sitzen. Die 100 Millionen Euro aus dem „Sondervermögen Infrastruktur wachsende Stadt“ die etwa dem Bezirk Pankow zustehen, „reichen gerade mal für vier bis fünf Grundschulen. Allein in Pankow brauchen wir in Kürze über 15.“ Ob es sich dabei nun um eine Kampfzahl handelt oder nicht, so schnell wie sich Investoren finden, fließt kein öffentliches Geld in der Stadtentwicklung.

Die Visualisierung oben zeigt die Bauvorhaben, die bereits in den einzelnen Gremien besprochen wurden und im Jahr 2016 aller Wahrscheinlichkeit nach genehmigt werden. Dass davon nicht alles kurzfristig umsetzbar ist, zeigt der größte Brocken, das Kurt-Schumacher-Quartier an der Urban Tech-Republic. Hier werden sich die Kräne erst drehen, wenn am anderen Ende der Stadt die Kräne endlich still stehen.

Von | 2018-01-18T12:09:41+00:00 4. Februar 2016|Stadtperspektiven|0 Kommentare

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