Urbanhafen in Winterstimmung

In mystischen Nebel gehüllt – so präsentiert sich der Landwehrkanal an winterlichen Frühabenden. Der Name stammt übrigens aus dem spätmittelalterlichen Festungsbau – obwohl der Kanal im 18. Jhd. als Entwässerungsgraben für die damals südlich der Stadtgrenze gelegenen Sumpfgebiete angelegt wurde. Es folgten mehrfache Ausbauversuche, um den Kanal schiffbar zu machen und seine Transportkapazität zu erhöhen, doch erst 1850 wurde er unter öffentlichem Desinteresse eingeweiht. 150 Jahre später erfreut sich der Landwehrkanal sogar internationaler Popularität und hat es in die englische Wikipedia geschafft – seinen Planer Peter Joseph Lenné, bekannt für seine Parkanlagen und eine sozialverträgliche Stadtplanung, würde es vielleicht freuen. Besonders in den Sommermonaten trifft man sich auf dem Abschnitt zwischen Schlesischem und Hallischem Tor, der grob dem Verlauf des ursprünglichen Landwehrgrabens entspricht, zum Flanieren und Verweilen – dauernder Hotspot: die Admiralsbrücke (zum Leidwesen manches Anwohners). Im Urbanhafen tummelt sich eine bunte Mischung aus Patienten des Urban-Krankenhauses mit ihrem Besuch, Studenten und „Urban Creatives“, jungen Familien und Alteingesessenen – ein Querschnitt durch die Bewohnerschaft „Kreuzköllns“. Irgendwo spielt Musik, aus allen Richtungen tönt Stimmengewirr und Lachen und ein Übermütiger springt zu den Schwänen in den Kanal. Und wer sich schon mal über den zauberischen Nebel wunderte, der das Gewässer an lauen Sommerabenden wie eine Schwanenseekulisse erscheinen lässt: seit einigen Jahren sichert das „Belüftungsschiff“ „Rudolf Kloos“ durch die Einleitung von Sauerstoff die Wasserqualität und damit Überleben von Getier und Gewächs.

Von | 2018-02-27T13:19:52+00:00 20. Februar 2018|Hingucker|0 Kommentare

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